Frauenpower, KI-Träume und Sparpläne
Ein Bericht von der Tagung der DSTG Bundesfrauen in Dresden
DSTG Bundesfrauen mit dem sächsischen Finanzminister Christian Piwarz und seinem Staatssekretär Sebastian Hecht
Vom 8. bis 10. Oktober 2026 kamen die DSTG Bundesfrauen in Dresden zusammen, um die drängendsten Themen unserer Verwaltungen zu diskutieren. In den Debatten wurde eines ganz deutlich: Die Finanzverwaltungen stehen vor großen Veränderungen. Die Politik träumt von der digitalen Dividende, während die Beschäftigten vor Ort ausbaden müssen, dass nur noch 32 Prozent der Bürger den Staat überhaupt für handlungsfähig halten. Es ist höchste Zeit für eine klare Stellungnahme der Gewerkschaft. Hier hat die DSTG Bund einen Aktionsplan entworfen.
Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU) machte in seinem Grußwort keinen Hehl aus den Herausforderungen der klammen Kassen: 8.721 Stellen sollen in der Landesverwaltung Sachsen bis 2040 wegfallen. Das Finanzressort soll mit 13 % überproportional in Anspruch genommen werden. Hier hat die DSTG Sachsen eine ehrliche und fundierte Aufgabenkritik gefordert. Der Staat muss endlich klären: Was kann, was muss und was will er künftig überhaupt noch leisten? Dem stimmte auch der Minister zu.
Die Vor- und Nachteile der KI und der Digitalisierung beschäftigten uns in allen Tagesordnungspunkten. Sie dürfen kein bloßes Instrument zum blinden Stellenabbau sein, sondern echte Arbeitsentlastung bringen, um das ohnehin schwindende Personal aufzufangen. Wenn Beschäftigte durch KI Freiräume gewinnen, müssen diese für anspruchsvollere Arbeiten genutzt – und entsprechend bezahlt – werden!
Homeoffice und flexibles Arbeiten sind längst Realität, doch geht dies in vielen Ämter der Bundesrepublik mit Misstrauen einher. Es braucht keine Überwachung, sondern dringend flächendeckende Schulungen für das „Führen auf Distanz“. Minister Piwarz betonte zwar in diesem Zuge die Wichtigkeit des sozialen Miteinanders, forderte aber auch Frauen auf, sich selbstbewusst auf Führungspositionen zu bewerben. Das ist richtig – aber Frauenförderung ist eben auch eine Frage der Führung und der richtigen Rahmenbedingungen.
Wie Entlastung durch den Dienstherrn im Alltag aussehen können, zeigten die Berichte aus den Ländern. Ein spannendes Modell erläuterten Sachsen-Anhalt, Thüringen und Rheinland-Pfalz: Hier werden Kolleginnen und Kollegen z.T. freigestellt, um als sogenannte „Pflegelotsen“ in den Ämtern zu agieren. In einer alternden Gesellschaft ist dies ein unerlässlicher Baustein für die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, der bundesweit Schule machen sollte!
Der Blick in die Zukunft war vielversprechend: Für den 20. Gewerkschaftstag am 7./8. April 2027 warf eine engagierte Frau ihren Hut in den Ring. Nicole Siebert, Betriebsprüferin, Personalrätin und DSTG-Landesvorsitzende aus Thüringen, kandidiert für den Bundesvorstand.
Fazit
Der Wandel der Finanzamtswelt fordert uns Frauen besonders. Wir sagen „Ja“ zur Digitalisierung und fordern eine geschlechter- und altersgerechte Qualifizierung. Aber wir sagen vehement „Nein“ zu einem Stellenabbau auf unserem Rücken. Mit dem neuen "Aktionsplan 2035" und der Broschüre „Steuer jetzt“ haben wir die Strategie. Jetzt liegt es an uns, diese Forderungen in die Ämter und Parlamente zu tragen!

